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Aus unserem Vereinsleben

Ein vielstimmiges Vogelkonzert am Morgen, ein liebliches Gezwitscher zum abendlichen Ausklang begleitete uns noch vor einer Generation ganz selbstverständlich. Doch unsere gefiederten Freunde sind in Gefahr. Die natürlichen Lebensräume verkleinern sich Jahr für Jahr, die Nahrungsquellen wie Insekten, Beeren, Samen fehlen. Ruhige Rückzugsorte zum gefahrlosen Brüten verschwinden, die Belastung über Insektizide beeinträchtigt die Fortpflanzung enorm. Unsere Gärten könnten Naturoasen sein und richtig gestaltet eine große Hilfe für unsere heimische Vogelwelt.

Zum diesjährigen Fastenmarkt hatte sich unser Gartenbauverein gemeinsam mit dem Bund Naturschutz und unterstützt vom Umweltamt der Stadt Rottenburg der Aufgabe gestellt, über geeignete Futter-, Schlaf- und Nistmöglichkeiten für die Vögel zu informieren.

Bunte Vogelschar: statt buntem Federkleid handbedrucktes Papier

Unser Gartenbauverein stellte Stecklinge von Wildgehölzen vor, deren Früchte als Vogelnährgehölze für ein breites Futterangebot sorgen können und ganz nebenbei auch für den Menschen als Grundlage vitaminreicher, schmackhafter Aufstriche und Leckereien dient. Vor Ort konnten sich die Besucher gleich selbst eine kleine Kostprobe einverleiben: das Mus von Ebereschen, Berberitzen, Mispeln und Hagebutten. Zu einer vielfältigen Wildobsthecke gehören u. a. auch Holunder, Weißdorn und die Felsenbirne.

Eine kleine Auswahl für eine Wildobsthecke

Wildfrüchte – nicht nur von den Vögeln begehrt!

Wenig bekannt, aber ein extrem wertvolles Gehölz für die Biodiversität, ist der Faulbaum. Er wächst meist strauchartig und dient über 30 Schmetterlingsarten als Raupenfutterpflanze. Er ist essenziell für den Zitronenfalter, da dessen Raupen exklusiv an Faulbaum und Kreuzdorn fressen. Zudem ist er eine wichtige Bienenweide, die von Wildbienen, Käfern und Schwebfliegen besucht wird.

Wir sollten zum Wohle der Natur wegkommen vom bekannten „Frühjahrsputz“, der die überwinternden Insekten tötet, weg von den Thujenhecken und Schotterflächen sowie pflegeintensiven Rasenflächen und sie durch lebendige, naturnahe Strukturen, heimische Sträucher und Totholzecken ersetzen, so die Tipps unseres Gartenbauvereins.

Auch dem Bund Naturschutz liegt die heimatliche Vogelwelt am Herzen. Franz Gumplinger und Bernhard Haubner konnten den Ratsuchenden bei ihren Fragen behilflich sein und betreuten das vielseitige Angebot an Nistkästen, die von Herrn Haindl seit vielen Jahren mit Sorgfalt hergestellt werden, auf die Bedürfnisse der einzelnen Vogelarten abgestimmt sind und zahlreich im Stadt- und Gemeindegebiet hängen.

Bund Naturschutz, das Umweltamt der Stadt Rottenburg und unser Gartenbauverein ziehen an einem Strang

Das Thema Vogelfütterung scheint selbst bei Experten zwiegespalten. Bei Frost und geschlossener Schneedecke, idealerweise von November bis März kann ein Futterhäuschen, das mit hochwertigem Futter bestückt ist, gute Dienste erweisen. Durch Lebensraumverlust und Nahrungsmangel geraten Vögel in Not, weil das Nahrungsangebot nicht ausreicht oder ihnen wegen Trockenheit bzw. Frost Wasser fehlt. Während im Winter Sonnenblumenkerne und energiereiche Mischungen ideal sind, verfüttert man im Sommer kleine Sämereien, Rosinen und proteinreiches Insektenfutter, um den Jungvögeln nicht zu schaden. Jeder Garten sollte über eine kleine Wasserstelle verfügen, wobei das Leben spendende Nass regelmäßig gewechselt wird.

Futterhäuser bieten Platz für Saaten, laden zur Vogelbeobachtung ein, können aber auch eine echte Augenweide sein. Aus Altholz und mit handwerklichem Können stellte Gerd Schuh verschiedene selbstgezimmerte Einzelstücke mit Liebhaberwert vor, die von den flanierenden Besuchern anerkennend bewundert wurden.

Phantasievolle Vogelhäuschen als Schmuck für den Garten von Gerd Schuh

Das Umweltamt der Stadt Rottenburg mit Veronika Oberpriller ergänzte das Vogelthema mit einer großen Auswahl an Infomaterial über Tiere und Pflanzen der Heimat. An ihrem Stand konnten bei einer virtuellen Bildpräsentation, eine bemerkenswerte Reihe von eindrucksvollen Vogelfotografien bestaunt werden, die Gerhard Schar zur Verfügung stellte. Die Liebe zur Vogelwelt sollte schon bei den Kindern geweckt werden. Sie durften verschiedene Vogelstimmen erraten und wurden dafür mit kleinen Geschenken belohnt. 

Maßnahmen für einen vogelfreundlichen Garten

  • Heimische Gehölze Sträucher wie Weißdorn, Holunder, Schlehe und Eberesche bieten Nahrung und Schutz.
  • Strukturreichtum Dichte Hecken, Kletterpflanzen (Efeu) und eine „wilde Ecke“ mit Brennnesseln dienen als Rückzugsort.
  • Wasserstellen Flache Vogeltränken (regelmäßig reinigen!) sind besonders im Sommer und Winter essenziell.
  • Nisthilfen Nistkästen für Höhlenbrüter (Meisen) und Halbhöhlen (Rotkehlchen) aufhängen.
  • Futter im Winter Samenstände von Stauden (Sonnenblumen, Karde) stehen lassen und hochwertige Futterquellen anbieten.
  • Verzicht Keine Pestizide, Mähroboter, Laubsauger oder Rindenmulch verwenden. 

Als einer der Höhepunkte im Rottenburger Veranstaltungskalender gilt der traditionelle Michaelimarkt mit den verkaufsoffenen Geschäften und einem breiten Angebot der örtlichen Vereine, sowie zahlreichen Fieranten mit ihren Ständen. Unser nimmermüder Beisitzer Franz Gumplinger, gleichzeitig Vorsitzender des Bundes Naturschutz in Rottenburg , gilt seit mehr als zwei Jahrzehnten als „Motor“ für den damit verbundenen „Tag der Regionen“.

Dieses Jahr durften Ingrid Zaglmann und Anita Kell im Atelier 13 eine Ausstellung des Bundes Naturschutz zum Thema Wasserquellen mit dem beeindruckenden Kunstprojekt „Dancer“ (ein imposanter, teilweise mit Blattmetall versilberter uralter, sich drehender Baumstamm) von Lucia Mirlach durch natürliche Floristik am Wasser beheimateter Pflanzen Akzente setzen.

„Ihr habt den schönsten Stand hier.“ Dieses Lob aus dem Mund der Besucher für unsere HERZliche Stand-Dekoration, den farbenfroh gewundenen Herbst- und Hortensienkränzen, der einheimischen Samenvielfalt in den liebevoll kalligrafierten Tütchen, den besonderen Salzmischungen und der großen Auswahl an tausch- und kaufbaren Pflanzen nahmen wir gerne entgegen.

Die Gartenvereine beteiligen sich einmal jährlich mit ihren Mitgliedern an den Pflege-, Ernte- und Schnittarbeiten im Kreislehrgarten. So auch dieses Jahr. Der Hans-Geiselbrechtinger-Garten hat jede Menge zu bieten und ist immer einen Besuch wert!


Was krabbelt, hüpft, fliegt, schwimmt und taucht hier am Teich? Das durften die teilnehmenden Kinder des Ferienprogramms, organisiert von den beiden Vorsitzenden des Gartenbauvereins Rottenburg, Anita Kell und Ingrid Zaglmann, dieses Jahr am Pritschweiher erkunden. Manfred Dichtl vom Landesbund für Vogelschutz nahm die jungen Forscher mit auf eine spannende Entdeckertour. Neugierig suchten sie einen Platz am Ufer und tauchten ihre Kescher ins seichte Nass. Nach und nach füllten sich die kleinen Wassereimer und wurden von den Kindern zur Bestimmung an Manfred Dichtl übergeben. Selbst unter der Becherlupe brauchte es einen scharfen Blick. 

Eintagsfliegenlarven in verschiedenen Entwicklungsstadien waren da zu sehen, auch Gelbrandkäfer, die zu den schnellsten Schwimmern unter den wirbellosen Süßwasserbewohnern gehören, Wasserskorpione, Hüpferlinge, Wasserflöhe und Stabwanzen. Eine Molchlarve wurde entdeckt und Manfred Dichtl erklärte den Kindern, dass diese zu faszinierenden Tieren heranwachsen und sowohl im Wasser als auch an Land leben können. Leider bedrohen Lebensraumverlust, Umweltverschmutzung und die Austrocknung von Gewässern das Leben dieser Amphibien. Ihre bevorzugten Lebensräume benötigen dringend Schutz. Sie spielen eine entscheidende Rolle im Ökosystem und helfen, das natürliche Gleichgewicht bestimmter Insektenpopulationen, wie etwa Mücken, zu regulieren.

Mit dem Kescher kam auch ein kleiner Wasserfrosch ans Licht und die abgestreifte Haut einer Ringelnatter durfte betastet und von einem Kind mit nach Hause mitgenommen werden.  Über das Beobachtungsfernroh, einem sogenannten Spektiv, konnte die wunderschöne Gefiederzeichnung der Streifengans im Detail betrachtet werden, während ein junger Schwan seine Kreise im Wasser zog. Streifengänse sind in Deutschland eher selten anzutreffende Zugvögel. In Asien sind sie sogar schon beim Überfliegen des Mount Everest gesichtet worden, also in Flughöhen von rund 9000 Metern!

Wie alle Jahre bot auch 2025 der Naturerlebnistag eine reiche Palette zum Mitmachen, Kennenlernen, Staunen und Beobachten für Groß und Klein. Wir hatten dazu ein paar kreative Mitbringsel vorbereitet.

Die Gastgeberin mit einem Teil des Helferteams

Gemeinsam mit dem Umweltamt der Stadt Rottenburg agierte unser Gartenbauverein mit dem Bund Naturschutz, den Jugendlichen des Wahlfachs Bienen AG der Realschule Rottenburg und dem zertifizierten Hornissenberater Thomas Kell.

Dieser stellte beeindruckende Hornissennester aus und beantwortete die Fragen Interessierter. Veronika Oberpriller zeigte in einem Schaukasten einen kleinen Ausschnitt der immensen Bandbreite heimischer Wildbienen, während sich Gäste nebenan über die Bedeutsamkeit des Naturgartens und die ökologischen Zusammenhänge anhand eines Kurzvideos informieren konnten. Am Stand der Bienen AG waren die Jugendlichen mit Feuereifer bei der Sache, informierten und verkauften selbstgemachte Produkte.

Glücklicherweise durften wir zusätzlich die Räume der Familie Bauer nutzen. Herzlichen Dank dafür!

War früher in nahezu jedem Ort ein Korbmacher am Werk, der mit seinem handwerklichen Geschick für Nachschub an Behältnissen zum Transport und zur Aufbewahrung von Obst und Gemüse sorgte, so werden Weideruten heutzutage in erster Linie gewunden und gebunden um dekorative Objekte herzustellen, die Haus und Garten schmücken und mit ihrem natürlichen Charme das Auge erfreuen.

Unter erfahrener Leitung von Maria Steinhauser wurde diese alte Handwerkskunst neu interpretiert um vielerlei Nützliches, Dekoratives, Schönes mit eigenen Händen und Kreativität entstehen zu lassen.

Mit großem Eifer und flinken Fingern flochten die TeilnehmerInnen  an diesem Nachmittag  Kränze, Herzen, Stäbe, Kronen in verschiedensten Techniken und Ausführungen, die zu Hause einen besonderen Platz einnehmen werden.


Dann zogen sie los und sammelten frische Blüten und allerhand Grünzeug. Die geschickten Kinderhände flochten diese flugs in einen mit Schnüren bespannten Haselnuss-Ring bis kleine Kunstwerke entstanden. Das dürfte jetzt so manches Kinderzimmer schmücken und an einen erlebnisreichen Hochsommertag in der Natur erinnern.

So individuell wie die Menschen, sind auch ihre Gärten. Jeder Garten ist einzigartig. Deshalb wollen die 6 zertifizierten Naturgärtner unseres Gartenbauvereins, in der Hoffnung auch andere zu inspirieren, nach und nach interessierte Gäste in ihre Gärten einladen.

Anfang Juni war es soweit. Hedi Gürtner und Ingrid Zaglmann öffneten ihre Gartentüren und den Vereinsmitgliedern bot sich die besondere Gelegenheit, sich von der natürlichen Schönheit und zugleich dem ökologischen Wert der Naturgärten zu überzeugen. Jedes dieser Fleckchen Erde bildet für sich ein kleine Oase, in dem sich wunderbar entspannen lässt.

Wer wenig Arbeit mit dem Garten haben möchte, sollte auf pflegeleichte Pflanzen für Beet und Hecke setzen, die genau zum Standort passen und dann der Natur freien Lauf lassen. Totholz, Steinhaufen oder Biotope bieten wertvolle Lebensräume. So wird der Garten bald auch zum Paradies für Schmetterlinge, Wildbienen, Eidechsen und Igel. Ein naturnaher Garten sorgt zudem für einen klimatischen Ausgleich, für saubere Luft sowie angenehme Kühle im Sommer. Das alles kann ein Schottergarten oder eine versiegelte Fläche nicht leisten.

Wer seine grüne Oase in einen Naturgarten umwandelt, liegt damit voll im Trend – denn der lautet: „Natürlich gärtnern“.

Dass ein Leben imitten der Blüten, Pflanzen, Bäume und Tiere viele Glücksmomente auslösen kann, davon ließen sich die Besucher bei den anschließend gekosteten sommerlichen Getränken und allerlei „wilden“ Naschereien gerne überzeugen und tauschten sich noch lange aus.

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„Was wir heute tun, entscheidet darüber,

wie die Welt morgen aussieht“.


 Foto: Hubert Aumeier